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Verkehrslage: Günstige Verkehrslage, B 410 (Prüm-Gerolstein). Früher lief diese Straße durch den Ort, heute als Umgehungsstraße nördlich vom alten Ortskern. Der Ort wird gekreuzt von der L 10 (Südwest-Nordost) Wallersheim-Oos und der K 172 (Südost-Nordwest) Birresborn-Schwirzheim; und von einer ausge-dienten Eisenbahnlinie Gerolstein-Prüm durch das Vlierbachtal. Geologie: Büdesheim liegt in einer weiten Talebene, die ausgebildet als lokale Kleinmulde mit Einfaltung ober-devonischer Gesteine (Wallersheimer Dolomit, Ooser Schichten, Büdesheimer Goniatitenschiefer, ca. 350 Mio. Jahre alt) und Abtragungsmaterial umgebender Dolomitrücken. Die Ebene ist beidseitig von Dolomitgestein (Schönecker Dolomit, Mitteldevon, Givetium-Stufe, ca. 360 Mio. Jahre alt) eingerahmt. In der Büdesheimer Mulde finden wir Goniatitenschiefer, das ist fossilreicher Schiefer im Hangende des Oos-Plattenkalkes. Die Goniatitenschiefer sind dunkelgraue, gelbbraune bis graugrüne Ton-schiefer. Sie verwittern gelblich-weiß bis grau und zerfallen kleinstückig bis blättrig. Ortsname: Der Ortsname ist vermutlich von Personennamen "Budin" und Endung "-heim" (Frühzeit fränkischer Landnahme) abgeleitet. Der Name wird als "Heim, Anwesen des Budin" gedeutet; die latinisierte Namensform "villa/uilla" fehlt im Gegensatz zu andern -heim-Dörfern. Erste urkundliche Erwähnung 778 als "Bidonisuaim", "Buodenisheim" in Schenkungsurkunde an die Abtei Prüm. Schenkung des Helmoin). Weitere Nennungen: 964 Bodenisheim, Buedenesheim; 1063 Buodeneshym; Budenshym; Budenisheym; 13. Jh. Budensheym; Buedisheym; Budensheim; 14. Jh. Beedesheim; Budenßheim; 15. Jh. Buydesheim; Bodesheim; 1625 Bodesheim, 1718 Budesheim, 1807 Büdesheim. Geschichtliches: - Vorgeschichte: jungsteinzeitliche Funde (Steingeräte); vermutlich steinzeitlicher Siedlungsplatz mit Herstellung von Steingerätschaften im Dreisbachtal; (Prümer Kalkmulde ältestes Siedlungsgebiet des Altkreises Prüm). - Römerzeit: Römerstraße Trier-Köln verlief am Ostrand des Dorfes (1. Jh. n. Chr. systematisch aus-gebaut aus frühgeschichtlichem Höhenweg); römische Villa (Bereich heutige Kirche); Viergötterstein, Reste einer Wasserleitung (bei Kirchbau 1909 entdeckt); Grabfunde (1./2. Jh.); spätrömische Sied-lungsspuren (400 n. Chr.). - Frankenzeit: Römer folgten im 5. Jh. Franken; siedelten zunächst ebenfalls bevorzugt im Kalkgebiet; Büdesheim fränkische Grabfunde aus Merowingerzeit (Reihengräber, 6./7. Jh.); das heutige Dorf vermutlich sehr früh während fränkischer Besitznahme der Kalkmulde entstanden (Endung -heim; Nähe der Römerstraße). - 778 erhielt Abtei Prüm Güter zu Büdesheim übertragen (Schenkung des Helmoin). - Ort gehörte bis Ende 18. Jh. zur Abtei bzw. Fürstabtei Prüm; 10. Jh. Abtei Prüm hier eigener Hof; anstelle der alten Römerstraße (Verlagerung des Verkehrs westwärts nach Prüm) trat im ausgehenden Mittelalter Pilgerstraße (Weg St. Matthias Pilger vom Niederrhein nach Trier); mit Einverleibung der Fürstabtei Prüm in Kurfürstentum Trier (1576) Ort zum Kurfürstentum Trier; Büdesheim eigenes Adelsgeschlecht (Besitz von Hof, Mühle); auch verschiedene niedere Adelsgeschlechter (wechselten mehrmals) waren hier mit Gütern belehnt; ferner einige Bauernlehen; 18. Jh. Büdesheim Schultheißerei (eigener Verwaltungs-, Gerichtsbezirk) im kurtrierischen Oberamt Prüm. - 1794 Einzug französischer Revolutionstruppen; 1798 zum Saardepartement (Sitz Trier). Kanton Prüm; Büdesheim wird Mairie. - 1815/16 preußisch, zum Kreis Prüm; Ort Bürgermeisterei und Standesamtbezirk (Büdesheim, Oos, Duppach, Schwirzheim); kommt später zum Amtsbezirk Prüm-Land. - 1860-62 Ausbau der Straße Prüm - Gerolstein; führte als spätere B 410 zunächst durch den Ort; seit ca. 1967 Umgehungsstraße. - Eisenbahn Gerolstein - Prüm 1883 durch Vlierbachtal mit Bahnhof/ Haltestelle Büdesheim. Heute nicht mehr in Betrieb. - Bei Verwaltungsreform 1970/71 verbleibt der Ort in der Verbandsgemeinde Prüm-Land (nun Ver-bandsgemeinde Prüm), wird aber Teil des neuen Kreises Bitburg-Prüm. Seit 01.01.2007 Eifelkreis Bitburg-Prüm. - Das Dorf nahm mehrmals erfolgreich am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" teil (u. a. Kreis-, Bezirkssieger). Dörfliches: Innerhalb des Dorfes und der Gemarkung einige bemerkenswerte Wegkreuze (22), darunter an der Straße nach Oos das wohl vermutlich älteste Wegkreuz im Altkreis Prüm (Balkenkreuz mit sehr kurzem vierkantigem Querbalken; Längsbalken rundlich, oval, nach oben verjüngt; Entstehungszeit 13./14. Jh.), und das sagenumwobene Kreuz östlich vom Apert (Blutkreuz am Apert); sehr altes Nischenkreuz; Sockel Jahreszahl 1542, Schaft 1548). Vereinsleben: - Freiwillige Feuerwehr - Jugendfeuerwehr - Musikverein (Büdesheimer Musikanten e. V.) - Alphornbläsergruppe (Alphorn- und Büchlbläser Büdesheim e. V.) - Kirchenchor (Chorgemeinschaft Büdesheim - Gondelsheim - Schwirzheim) - Kapellenverein (Freunde der Pilgerkapelle - Heiligenhäuschen Büdesheim e. V.) - Karnevalsverein (KV Narrenschiff e. V.) - Reservistenkameradschaft (Büdesheim/Wallersheim) - Katholische Frauengemeinschaft Büdesheim - Jugendgruppe Brauchtum: - Pfarrkirmes (Maria Heimsuchung/ 2. Juli bzw. Sonntag danach) - Sternsingen der Ministranten - Singen der Kinder an Fastnacht - Karnevalsumzug und verschiedene Fastnachtsbräuche - Burgbrennen am 1. Fastensonntag - Maibaum aufstellen - Martinsumzug - Nikolausbescherung - verschiedene Hochzeitsbräuche - Totengeläut und Totengebet für Verstorbene Texte und Bild aus: "Ortslexikon des Altkreises Prüm" Geschichtsverein "Prümer Land" e. V. 1992, Autor: Robert Richter, Plütscheid |